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Ringvorlesung: "Ein 1000er mehr? Das Bedingungslose Grundeinkommen"

soziale, ökonomische, anthropologische und ethische Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens

Diskussion über anthropologische Grundlagen, unterschiedliche Modelle und die sozialen, ökonomischen und strukturellen Veränderungen in einer Gesellschaft mit dem bedingungslosen Grundeinkommen

siehe auch www.ringvorlesung.at

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird von vielen verschiedenen Einzelpersonen und Gruppierungen weltweit, mehr oder weniger breit, öffentlich kommentiert und diskutiert. Ebenso breit ist inzwischen die Literatur zum Thema. , die sich aus den verschiedensten Blickwinkeln mit der Machbarkeit oder der Unmöglichkeit einer Umsetzung beschäftigt. Dennoch sind grundsätzliche Fragen nach wie vor offen: Von welchen anthropologischen Annahmen geht die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aus?

Welches Konzept von (Erwerbs-)Arbeit und Eigentum, von Lebensgestaltung und gesellschaftlichen Miteinander steckt dahinter? Schließlich geht es beim bedingungslosen Grundeinkommen um grundlegende Fragen der menschlichen Existenz. Die häufigsten Argumente pro oder contra BGE sind die Finanzierung und die Auswirkungen auf das Verhalten der EmpfängerInnen, diese sind einem interessierten Publikum mittlerweile geläufig. Aber es gibt dabei innerhalb einer Gesellschaft und eines Wirtschaftsraumes mit BGE noch viel mehr Aspekte und Wirkungseffekte zu bedenken. Die bisher durchgeführten Experimente können nur in geringem Ausmaß Auskunft über tatsächliche Veränderungen in einer Gesellschaft mit BGE geben. Sämtliche Rahmenbedingungen, auf die ein BGE auch Einfluss nimmt, bleiben für diese Versuchsgruppen unverändert (Arbeitsmarkt, Wirtschaft, langfristige Lebensperspektiven, …).

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens bricht mit grundlegenden Organisationsprinzipien moderner auf Erwerbsarbeit basierenden Gesellschaften. Dabei werden Fragen aufgeworfen, die das Verhältnis von Arbeit zu Freizeit betreffen: Was heißt das für Individuum und Gesellschaft, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr „notwendig“ ist? Fragen von individueller Lebensgestaltung und gesellschaftlichen Strukturen stellen sich unter den Bedingungen des bedingungslosen Grundeinkommens in radikaler Weise neu: Was tut man mit der Zeit seines Lebens befreit von (Erwerbs-)Arbeit? Damit verbinden sich anthropologische und ethische Fragen nach Arbeit und Bildung. In den temporären Experimenten weltweit sind viele Fragen offen geblieben. Muss eine Einführung mit flankierenden Bildungsmaßnahmen begleitet werden, weil der Wandel von der Leistungs- in eine Gemeinwohlgesellschaft kein Selbstläufer sein kann? Wie verändern sich die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt? Wie reagieren Arbeitgeber/innen auf die neuen Bedürfnisse von Arbeitnehmer/innen? Welche sozialpolitischen Auswirkungen hat ein garantiertes Grundeinkommen auf öffentliche Strukturen und Organisationen? Werden Heerscharen von Beamten (Arbeitsämter, Soziallleistungsträger, …) überflüssig und somit die Verwaltung verschlankt? Wird sich der Gender-Pay Gap schließen und wird es ein Treiber für Geschlechtergerechtigkeit sein? Wie wird sich das Gemeinwesen organisieren, wenn die Menschen mehr Zeit und Ressourcen für kreative und Freiwilligenarbeit haben? Werden die ländlichen Strukturen wieder gestärkt werden? Wie hängen das BGE und der Klimaschutz zusammen?

Mit diesen und ähnlichen Fragen will sich die Veranstaltungsreihe beschäftigen und damit mögliche ökonomische, philosophische, sozialpolitische, psychologische und ethische Aspekte ebenso beleuchten wie so die revolutionäre Idee des bedingungslosen Grundeinkommens in seinen vielfältigen Auswirkungen aus akademischer Sicht betrachten

Termine und Themen

  • 7.Oktober 2020, 19 Uhr, Wissensturm Linz
    Michael Opielka, Prof. für Sozialpolitik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und als Privatdozent für Soziologie an der Universität Hamburg
    „Die Zukunft des Grundeinkommens. Was es kostet, was es nützt“
  • 21. Oktober 2020, 19 Uhr, Wissensturm Linz
    Matthias Möhring-Hesse, Prof. für Theologische Ethik/Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät Tübingen der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er ist Mitglied der Grundwertekommission der SPD
    „Erwerbsarbeit überbewertet - Grundeinkommen überschätzt. Skeptische Überlegungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen“
  • 4. November 2020, 19 Uhr, Kathol. Privatuniversität
    Beatrice Werner, Stuttgart und Margit Appel, Wien
    "Die Rolle der Frauen im BGE"
  • 18. November 2020, 19 Uhr, Kathol. Privatuniversität
    Bernhard Neumärker, Universität Freiburg:
    „Bedingungsloses Grundeinkommen aus ordnungspolitischer Sicht: ein zukunftsfähiges Konzept sozialer Marktwirtschaft“
  • 2. Dezember 2020, 19 Uhr, Kathol. Privatuniversität
    Friedrich Schneider, Elisabeth Dreer, Florian Wakolbinger (JKU bzw. GAW)
    „BGE in Österreich: Utopie oder realistische Alternative?“
  • 16. Dezember 2020, 19 Uhr, Wissensturm Linz
    Podiumsdiskussion "Grundeinkommen? Wer will das?"
    • Kathol. Sozialakademie: Markus Schlagnitweit
    • Gewerkschaft: Sepp Wall-Strasser
    • Grüne Wirtschaft: Bernhard Seeber
    • WKO: Erhard Prugger
    • Moderation: Sigrid Ecker (Radio FRO) 

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